Primetime
Einer der meisterwarteten Filme dieses Jahr am Lido in Venedig war »Primetime« von Lance Oppenheim, denn sein manisches Spielfilmdebüt basiert auf den wahren Begebenheiten rund um die legendäre Reality-Show »To Catch a Predator« (2004–2007). Robert Pattinson läuft als umstrittener Investigativjournalist Chris Hansen zu Höchstform auf, doch die heimliche Sensation ist seine Leinwandpartnerin Merritt Wever als durchtrieben-ehrgeizige Produzentin.
Zwar liegen die Geschehnisse, die »Primetime« aufgreift, zwei Jahrzehnte zurück, doch man kommt nicht umhin, die Zeitlosigkeit des Themas festzustellen: eine sensationslüsterne Aufmerksamkeitsökonomie, in der sich vermeintliche Heldenfiguren unter dem Deckmantel höherer Moral selbst ins Rampenlicht rücken und daran verdienen. Chris Hansen jedenfalls landet mit seinem Reality-Format »To Catch a Predator« einen Quotenhit: Vor laufender Kamera lockt er mutmaßliche Sexualstraftäter mit Lockvögeln in die Falle und demaskiert sie vor den Augen der Welt. Mit der wachsenden Popularität wächst auch der Druck. Als Hansen und sein Team einen ziemlich dicken Fisch an der Angel haben, überschlagen sich die Ereignisse – mit Folgen für die TV-Landschaft. Oppenheims »Primetime« stellt fast schon diabolisch die Frage, wann der Zweck welche Mittel heiligt – und das tut er mit sehr viel Style, aber auch Substance!
- R
- Lance Oppenheim
- K
- David Bolen
- M
- Ari Balouzian
- S
- Daniel Garber
- D
- Robert Pattinson, Merritt Wever, Skyler Gisondo, Anna Faris u.a.
- Land
- USA
- Jahr
- 2026
- Genre
- Drama
- Länge
- 107 Minuten
- FSK
- ab 12
- Tickets
- Di., 13.10. 17:30
- Mi., 14.10. 20:00