Nackte Tiere

»Nackte Tiere« ist ein Film über die Zeit, in der man die Welt erobern könnte. In der man Faustschläge frisst, ohne mit der Wimper zu zucken, weil man weiß, dass da jemand ist, der einen auffängt. Und über den Schmerz des Abschieds, all das hinter sich zu lassen. Für etwas, das man noch gar nicht kennt.

Fünf Jugendliche, die an einem dieser Orte im Nirgendwo aufwachsen. Dort, wo Auto und Führerschein Freiheit bedeuten. Fünf Jugendliche, die entscheiden müssen, ob sie gehen oder bleiben. Noch ein letzter gemeinsamer Winter bis zum Schulabschluss. Katja, Sascha, Benni, Laila und Schöller. Sie rennen ineinander hinein, voreinander weg. Sie küssen sich, sie schlagen sich. Sie lieben sich. Sie kreisen umeinander in einem Wechselspiel aus Abgrenzung, Gewalt, Liebe und Einsamkeit. Nähe und Schmerz sind eins.

Regiestatement von Melanie Waelde:
Zuhause war für mich als Teenager dort, wo meine Zahnbürste war. MeineZahnbürste hat zu dieser Zeit in meinem Rucksack gewohnt. Und ich habe auf Sofas, Isomatten und in fremden Betten geschlafen. Ich habe mir Ersatzfamilien gesucht, ich habe mir Freunde gesucht, um nicht verloren zu gehen. Denn ich finde, man geht in dieser Welt sehr schnell verloren oder verliert sich selbst. In manchen Phasen unseres Lebens sind wir dafür vermutlich anfälliger. Dann, wenn wir an einer Schwelle stehen. Wenn wir nicht wissen, was wir von dieser Welt wollen oder sie von uns. Dann, wenn wir etwas hinter uns lassen werden, das trotzdem Teil von uns bleibt, das uns geformt hat.

Mich interessieren Menschen. Diese seltsamen Wesen, die so seltsame Dingetun. Es fasziniert mich, wie Beziehungsgeflechte funktionieren, wie Systeme greifen, derer wir uns gar nicht bewusst sind. Wie schwer es uns fällt, anders zu werden, auszubrechen, zu erkennen, dass etwas verdammt seltsam läuft. Wasfür unbeholfene Schutzmechanismen wir besitzen. Wie schwer es ist zusammen zu sein und wie schwer es ist alleine zu sein.

»Nackte Tiere« begibt sich auf die Suche nach eben diesen Wechselwirkungen,beobachtet eine Gruppe von jungen Menschen, die ratlos und rastlos durch diese Welt stolpern. Der Film erzählt an einem spezifischen Ort den metaphorischenRaum des Übergangs von Jugend und Erwachsensein. Er setzt sich mit Gewalt, Abgrenzung und Einsamkeit auseinander. Und mit Schmerz, der unvermeidbar ist, so gut es uns auch gehen mag. So sprunghaft wie Wahrnehmungen, Erinnerungen und Erlebnisse sind, erzählt auch der Film. Immer in Bewegung, immer nah, immer spürbar. Ein Film, der dort ist, wo es weh tut. Dort, wo das Herz schlägt. Dort, wo wir uns verwundbar machen und gleichzeitig versuchen, es keinesfalls zu sein.

R
Melanie Waelde
K
Fion Mutert
S
Jessica Schneller
D
Marie Tragousti, Sammy Scheuritzel, Michelangelo Fortuzzi u.a.
Land
D
Jahr
2020 
Genre
Drama
Länge
87 Minuten
FSK
ab 12
Filmwebsite
www.facebook.com/nacktetiere
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  • Di., 29.09. 17:30