Grimme-Preis unterwegs: Hundesoldaten

  1. Grimme-Preis 2017 – Junger Dokumentarfilm: »Hundesoldaten« (SWR)

Ulmen bei Koblenz in der Eifel – viel Grün, keine Nachbarn: Mitten im Wald bildet die Bundeswehr ihre Diensthunde aus – rund 600 pro Jahr. Von hier aus gehen sie mit ihren menschlichen Kameraden – oder sagen wir besser: Vorgesetzten – in den Kriegseinsatz, sollen Minen oder Sprengstoff aufspüren, den Feind stellen, ihr Herrchen bewachen und nicht zuletzt nach Ende des Einsatzes traumatisierte Seelen trösten. Das Ziel ist mehr als eine Partnerschaft, eine Art Symbiose – und doch muss im Ernstfall unmissverständlich klar sein, wer das Sagen hat. Wie die Bundeswehr Gehorsam von ihren Soldaten fordert, tun diese es von ihren vierbeinigen Begleitern. Für »Hundesoldaten«, ihren Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, hat Lena Leonhardt eine Gruppe von Diensthunden von der Geburt bis zum Ende ihrer Ausbildung begleitet. Die Autorin wirft damit ein Schlaglicht auf einen vermeintlichen Randaspekt des Militärischen und entwickelt daraus einen essayistischen Blick auf eine Kernfrage: Was bedeutet es, Soldat zu sein? Was macht den Beruf aus? Und kann es sein, dass Hunde am Ende die besseren Soldaten sind?

Begründung der Jury:
»…Hundesoldaten“ ist intelligentes, auch heiteres dokumentarisches Fernsehen, das Erlebnisräume öffnet, Deutungen anbietet, den Zuschauer aber in keiner Sekunde bevormundet. Auch bei Autorin Leonhardt ist der Hund letztlich nur Mittel zum Zweck: um in die Seele der Herrchen und ins Innere der Bundeswehr zu schauen. Die Leichtigkeit, mit der ihr dies gelingt, hat die Jury tief beeindruckt…«.

Grimme-Preis unterwegs Gast: Regiseurin Lena Leonhardt

K
Sebastian Bäumler
S
Timm Kröger
Land
Deutschland
Jahr
2016 
Genre
Dok-Film
Länge
60 Minuten
FSK
ohne Altersbeschränkung
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