Der Aufenthalt

Sylvester Groth als junger deutscher Kriegsgefangener, der des Mordes an einem polnischen Madchen verdächtigt wird.

Die Geschichte geht auf den gleichnamigen Roman von Hermann Kant zurück und basiert auf biographischen Erlebnissen: Oktober 1945. Der 19-jährige deutsche Kriegsgefangene Mark Niebuhr kommt mit anderen Gefangenen auf einem Warschauer Bahnhof an. Eine polnische Frau, die auf ihren Zug wartet, glaubt in ihm den SS-Offizier zu erkennen, der ihre Tochter bei einer Razzia in Lublin ermordet hat. Niebuhr kommt in Haft. Er erlebt den Hass eines polnischen Mitgefangenen, bei Arbeitseinsätzen wird er zu den gefährlichsten Aufgaben eingeteilt. Er wird in eine neue Zelle verlegt, wo bereits andere deutsche Kriegsgefangene sitzen. Unter ihnen herrscht eine strenge militärische Ordnung, die auf ihren einstigen Dienstgraden basiert. Langsam erkennt Niebuhr, dass er mit Mördern, Henkern und echten Kriegsverbrechern in einer Zelle sitzt. Er beginnt, sich von ihnen zu distanzieren, isoliert sich und wird letztlich von ihnen ausgestoßen. Während einer nach dem anderen der übrigen Gefangenen zur Hinrichtung gebracht wird, erkennt man letztlich Niebuhrs Unschuld.

In seinem 1977 erschienenen Roman »Der Aufenthalt« verarbeitete der Schriftsteller Hermann Kant seine eigenen Erlebnisse während der polnischen Kriegsgefangenschaft zwischen 1945 und 1949. Kant war in einem Arbeitslager in Warschau inhaftiert. In Polen erregte das Buch Unwillen, da es angeblich eine polnische Armee zeige, die einen Unschuldigen festhalte und drangsaliere. Dieses Bild würde, hieß es damals, dem polnischen Volk nicht gerecht werden und antipolnische Ressentiments schüren. Auf die Intervention des polnischen Botschafters verhinderte die DDR-Regierung, dass der Film auf der Berlinale 1983 in Westberlin laufen durfte, obwohl ihm Chancen auf einen Preis eingeräumt wurden. Der Film wurde auf dem Nationalen Spielfilmfestival mit fünf Preisen ausgezeichnet.

(Offener) Filmclub der VHS Magdeburg

R
Frank Beyer
B
Wolfgang Kohlhaase
K
Eberhard Geick
M
Günther Fischer
S
Rita Hiller
D
Sylvester Groth, Fred Düren, Matthias Günther, Klaus Piontek, Hans-Uwe Bauer u.a.
Land
DDR
Jahr
1983 
Genre
Drama
Länge
101 Minuten
FSK
ohne Altersbeschränkung
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